Sind wir jetzt verrückt geworden, unsere Kinder einer solchen Gefahr auszusetzten? Was ist, wenn Sie von der Brücke stürzen? Ist es echt oder Illusion? Wo befindet sich die Brücke? Und wie kann ich Sie finden? Wie habt ihr das Foto so hinbekommen? Diese Fragen beantworten wir euch jetzt in unserem Blog.

Die Wanderung zur spektakulärsten Brücke im Zillertal

Unsere Wanderung beginnt ganz hinten in einem Tal in den Zillertaler Alpen. In den Bergen des beliebten Zillertals erwartet euch nämlich einer der landschaftlich schönsten Ausblicke in ganz Österreich mit einer zauberhaften Hängebrücke. Die Brücke lässt euch aus der richtigen Perspektive fotografiert in schwindelerregender Höhe vor einer traumhaften Bergkulisse mit einem türkisblau strahlenden See im Hintergrund schweben. Aber wo befindet sich die Hängebrücke mit ihrem sagenhaften Ausblick?

Die Hängebrücke befindet sich 100 m hinter der Olpererhütte auf 2388 m Höhe in den Zillertaler Alpen in Tirol, Österreich und ist ausschließlich zu Fuß erreichbar.

Unsere Tourdaten
Anspruchmässig
Dauer3:00 Stunden (Hin&Rückweg)
Länge8 Km
AusgangspunktParkplatz Schlegeisspeicher
EndpunktOlpererhütte
Höhenmeter600 m
Höhe2.389 m
Parkplatz: Schlegeisspeicherplatz

Die Wanderung startet vom Schlegeisspeicher Parkplatz aus. Diesen könnt ihr nur per Auto oder Bus aus Mayrhofen erreichen. Für Wohnmobile ist die Strecke gesperrt.

Öffnungszeiten – Mautstraße

Die Mautstraße zum Schlegeisspeicher ist – je nach Schneelage – normalerweise zwischen Ende Mai und Ende Oktober geöffnet. Ohne die Straße kommt ihr weder mit dem Auto noch mit dem Bus hinauf – es sei denn, Ihr möchtet zu Fuß über die Berge wandern. Das ist jedoch außerhalb der Öffnungszeiten in den Wintermonaten im Schnee auf Grund der Lawinengefahr nicht zu empfehlen.

Schlegeisspeicher Mautstraße

Wohnmobilstellplatz für die Tour zur Olpererhütte

Es handelt sich bei diesem „Stellplatz“ nicht um einen klassischen Stellplatz, eher um einen Parkplatz mit WC und Duschen. Also ein Deluxe-Parkplatz. Der Parkplatz kostet 17€/24 Std. oder 6€ pro Tag. Duschen kosten extra. Direkt vom Parkplatz fährt die Linie 4102 ab und bringt euch in 15-20 Minuten zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Stellplatz für Wohnmobile – Schlegeisspeicher

Anfahrt mit dem Bus

Der Bus 4102 fährt im Halbstundentakt im Zeitraum von Anfang Juli bis Mitte September ab dem Bahnhof Mayrhofen und hat mehreren Haltestellen bis zum Stausee. Die Fahrt von Mayrhofen dauert 1 Stunde. Der Schlegeisbus fährt im Sommer täglich zwischen 8 und 18 Uhr. Den Fahrplan findest du auf der Webseite des VVT. Klicke hier für die Busverbindung. Schon alleine die Busfahrt ist ein Erlebnis. Ihr werdet es sehen 🙂 Kosten inkl. Maut waren für 2 Erwachse und 2 Kinder 16€. Die Tickets könnt ihr direkt im Bus kaufen.

Endstation – Schlegeisspeicher
Anfahrt mit dem Auto

Von Mayrhofen aus fahrt ihr am besten mit dem Auto über die Schlegeis Alpenstraße zum Schlegeisspeicher. Diese wird kurz hinter dem Örtchen Ginzling mautpflichtig. Laut Verbund kostet die Nutzung der Mautstraße mit dem Auto 15,50€ (Stand 2023). Die Straße wird zeitweise einspurig und wird durch eine Ampel geregelt. Die Wartezeit an der Ampel beträgt 15 – 30 Minuten. Beachtet aber, dass gerade in der Hauptsaison die Parkplätze schnell voll sind, und dann werden auch keine weiteren Autos auf den Pass gelassen.

Wanderung zur Olpererhütte

Diesen atemberaubenden Ort hoch in den Zillertaler Alpen erreicht ihr über eine kurze, aber anstrengende Wanderung zur Olpererhütte. Der Startpunkt der Wanderung ist am Parkplatz des Schlegeisspeichers, dort ist der Weg zur Olpererhütte auch schon gut ausgeschildert. Wir folgten der Beschilderung 502. Verlaufen könnt ihr euch nicht, es gibt dort nur eine Richtung: „steil nach oben“. Die ersten hundert Meter ging es noch unter Bäumen durch den Schatten nach oben. Aber danach führte der Weg uns durch die pralle Sonne. Was für uns angenehm war, da wir bei unserem Tourstart 1° hatten. Die Anstrengungen haben sich aber gelohnt, denn bereits während des Aufstiegs passierten wir immer wieder Stellen, die eine atemberaubende Aussicht auf den Schlegeis Stausee boten. Oben angekommen war die Aussicht von der Olpererhütte und auch dann von der Hängebrücke einfach traumhaft.

Wanderung zur Olpererhütte
zwischendurch wirds warm
Blick auf Schlegeisspeicher
Steil nach oben
Fast am Z

Die Olpererhütte

Die Olpererhütte ist eine der ältesten Bergsteigerhütten in den Ostalpen und liegt auf einer Höhe von 2389 Metern. Früher war sie eine typische Schutzhütte, heute ist sie ausgebaut zu einer richtigen Hütte, die typische Tiroler Speisen und Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer bietet. Für unsere Kinder waren die Ziegen, Schafe und Hasen aber das interessantes an der Hütte.

Blick auf die Olperer Hütte
Pause in der Hütte

Zur Hängebrücke (Kebema Panoramabrücke)

Die Wanderung endet im Prinzip an der Olpererhütte. Dort könnt ihr eine kleine Rast machen. Die Hängebrücke, die Ihr bei Google unter Kebema Panoramabrücke findet, befindet sich 100 m hinter der Olpererhütte. Wenn ihr zur Hängebrücke möchtet, folgt ihr von der Olpererhütte aus dem Hinweisschild „Friesenberghaus“ und wandert oberhalb der Hütte rechts am Höhenweg nordostwärts, überquert das erste Bächlein auf einer Holzbrücke und gelangt nach wenigen Minuten zur berühmten Hängebrücke (2410m) mit der grandiosen Aussicht auf den Schlegeisspeicher.

Kebema Panoramabrücke
mit Blick auf den Schlegeisspeicher

Mit Kindern zur Olpererhütte

Die Landschaft ist hochalpin und faszinierend. Nur selten kommt ihr mit Kindern in Tirol so weit hinauf und habt freie Sicht auf einen Gletscher. Die 600 Höhenmeter legt ihr zwar auf einer sehr kurzen Distanz von nur 4 Kilometern zurück, aber für Kinder mit etwas Ausdauer und Wandererfahrung ist die Tour gut zu meistern. Unsere Kinder konnten die Wanderung gut schaffen. Es gab unterwegs keine schwierigen oder gefährliche Stellen. Für die angegeben 1 ½ -2 Stunden haben wir gute 1 ½ Stunden benötigt.

Beste Reisezeit

Da wir in den Sommerferien unterwegs waren und auf den Bus angewiesen waren, konnten wir nicht wie sonst antizyklisch wandern. Trotzdem haben wir es geschafft, die Brücke fast für uns alleine zu haben. Wir haben auf dem Stellplatz übernachtet und morgens um 8:00 Uhr direkt den 1. Bus genommen. Im Bus waren noch einige Menschen, die sich aber beim Ausstieg in alle Richtungen verteilt haben, so dass wir nach kurzer Zeit alleine waren. Wir sind direkt zur Hütte losgewandert. Wir haben uns die Brücke und Hütte mit einzelnen Wanderern geteilt. Beim Abstieg gegen 11 Uhr sind uns dann richtige Menschenmengen entgegengekommen. Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, wie voll es oben gewesen sein muss. Als wir gegen 12 Uhr wieder unten am Parkplatz ankamen, waren alle 3 Parkplätze für Autos bereits gesperrt.

Hotspot – Olperehütte
TIPP

Wir würden euch empfehlen, wenn ihr in der Hauptsaison reist, direkt morgens früh aufzubrechen, bevor alle anderen Wanderer losgehen.

Solltet ihr in der Nebensaison reisen, empfehlen wir euch lieber am Nachmittag hochzuwandern. Die Sonne scheint dann besonders schön auf den Speicher.

Alles Illusion?

Nein!! Der Ausblick, die herrliche Natur und die tollen Farben sind keine Illusion. Die schwebende Brücke aber ist eine Illusion. Die Fotos profitieren allein von der optischen Täuschung. In Wirklichkeit trennen die Brücke und den Untergrund nur wenige Meter. 

Wählt ihr die Perspektive so, dass die beiden Enden der Brücke sowie der Untergrund nicht zu sehen sind. Mit einiger Übung gelingt bestimmt der richtige Schnappschuss. Beachtet aber, dass es an manchen Tagen an der Brücke voll werden kann, da die Brücke auch bei Instagrammern ganz oben auf der Liste steht und ein sehr beliebtes Fotomotiv ist.

Illusion
Realität

Hättet ihr das so unspektakulär erwartet?

Unser Fototipp

Den besten Winkel für euer Foto habt ihr von dem kleinen Bachlauf oberhalb der Brücke. Um den Effekt zu kreieren, als würdet ihr über dem Nichts laufen, solltet ihr am besten eine Kamera und ein Objektiv mit einer nicht zu niedrigen Brennweite nutzen. Weitwinkel sind hier eher unangebracht, da man ja den Boden nicht mit auf dem Bild haben möchte. Eine Brennweite ab 45 mm sorgt dafür, dass der Hintergrund noch gewaltiger wirkt und ihr im Vordergrund dafür kleiner. So wirkt das Bild noch viel dramatischer. 

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