Das Dorf Stromboli

Die kleine Insel Stromboli liegt im Norden Siziliens. Sie gehört zu den Liparischen Inseln und besteht aus einer Gruppe von sieben Inseln. Die Einheimischen nennen die Inseln Isole Eolie. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, doch besonders bei Stromboli wird deutlich, dass die Insel eigentlich nur ein einziger 900 m großer Vulkan ist, um den sich Menschen herum angesiedelt haben. Auf Stromboli finden ihr die reinen Elemente unseres Planeten auf kleinstem Raum: Feuer, Erde, Wasser und Luft. Trotzdem hat Stromboli sich die Ruhe auf der Ferieninsel bewahrt. Hierher kommt nur, wer die Natur sucht. Auf Stromboli gibt es keinen Autoverkehr. Nur ein paar Dreiradfahrzeuge oder Apen (italische für Bienen) übernehmen die Transporte für das Reisegepäck der Gäste und die Versorgung.

Stromboli-Dorf
Ape auf Stromboli
Polizei auf Stromboli

Sobald ihr die Fähre verlassen habt und auf der Insel ankommt, werdet ihr sofort den Charme dieser einzigartigen Insel spüren. Der Vulkan dominiert die gesamte Landschaft. Der fruchtbare Boden der Insel ist ideal für das Grün der Palmen, Olivenbäume und Zitrusfrüchten sowie für die Farben von Kaktusfeigen, bunten Geranien und vielen wunderbaren Blütenmeeren. Die weißen Häuser an der Küste der Insel Stromboli bilden einen schönen Kontrast zu dem schwarzen Lavasand und der blühenden Flora.

Der Vulkan Stromboli

Stromboli ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Er hat drei Krater, die etwa 150 Meter unterhalb des Gipfels liegen. In Abständen von etwa 10-15 Minuten gibt es größere oder kleinere Eruptionen mit teils lautstarkem Auswurf von Gesteinsbrocken und Lavaspritzern, die bis zum Strand zu hören und spüren sind.

Neben diesen “gewöhnlichen Ausbrüchen“ gibt es jedoch auch stärkere Aktivitäten mit Lavaergüssen, die in der Regel alle zur nicht bewohnten Westseite des Vulkans erfolgen. Die Westseite wird auch “Sciara del Fuoco“ (Straße des Feuers) genannt und lässt sich sehr gut vom Wanderweg beobachten.

Der Vulkan steht unter ständiger Beobachtung. In den Zeiten stärkerer Aktivität oder bei größeren Ausbrüchen ist der Vulkan für Touristen gesperrt. In Zeiten “normaler” Aktivität könnt ihr den Stromboli zu Fuß besteigen.

Die letzten größeren Ausbrüche waren in den Jahren 2003, 2007 und 2020 mit erheblichen Lavaergüssen und Auswürfen von Gesteinsbrocken, die sogar einige Häuser in Ginostra (dem 2. Dorf auf Stromboli) zerstörtet haben.

Sciara del Fuoco“ (Straße des Feuers)

Vulkan besteigen

Seit den beiden großen Explosionen in den Jahren 2003 und 2007 darf der Stromboli nur noch mit Begleitung eines „lizenzierten, vulkanologischen Bergführers“ in geführten Gruppen bis auf 400 m Höhe bestiegen werden (Kosten p.P. 20 – 30€). Ohne Bergführer dürft ihr den Vulkan auf eigene Faust bis zum Aussichtspunkt auf 290 m hoch wandern. Die Markierung bis zu 290 m ist gut gekennzeichnet und sollte von euch nicht überschritten werden, denn bei Nichtbeachtung drohen empfindliche Strafen. Wir befürchten, dass diese Regelung noch lange aufrechterhalten wird. Die Einwohner berichteten uns, dass sie bezweifeln, ob sich die Regelung jemals wieder ändern wird. Ihr erhaltet aber von beiden Aussichtspunkten einen guten Fernblick auf den aktiven Krater.

Stromboli ohne Bergführer besteigen

Wir haben für die 110m Höhenunterschied keinen vulkanologischen Bergführer gebucht und haben den Vulkan eigenständig bis zum Aussichtspunkt auf 290 m erklommen. Dazu mussten wir vom Fähranleger durch das Dörfchen laufen. Alleine das war schon ein tolles Erlebnis. Wenn ihr den Wanderweg auf 290 m Höhe sucht, folgt auf Google Maps dem Restaurant Osservatorio. Hier habt ihr die Möglichkeit, euch kurz zu stärken. Besonderes Highlight: ihr könnt von der Terrasse des Restaurants den aktiven Vulkan beobachten! Es sind von hier aus die Ausbrüche mit Rauch und Lava zu erkennen.

Osservatorio mit Blick auf den Vukan Stromboli

Wenn ihr weiter hinauf möchtet, führt euch der angrenzende Wanderweg direkt zur Aussichtsplattform auf 290 m. Dieser Abschnitt des Panorama-Rundweges ist identisch mit dem Weg, den die Bergführer mit ihren Gruppen nach oben (auf ca. 400 m Höhe) beschreiten. Der Weg verläuft hier anfangs teilweise auf sandigen Böden zwischen hohen Gräsern und als teilweise steiniger Pfad. Weiter geht es auf dem Pfad leicht bergauf, und es bieten sich bereits sehr schöne Aussichten hinab auf den Ort und auf das Meer. Wir wanderten durch die blühende Flora, und immer wieder konnten wir die Aussicht hinab auf das Meer und die Häuser von Stromboli genießen. Da wir auf unserer Tour immer wieder längere Pausen gemacht haben, um die Ausbrüche zu beobachten, können wir nicht sagen, wie lange die reine Wanderzeit ist. Wir schätzen diese auf 2,5 Stunden inkl. mehreren längeren Pausen.

Wanderweg vom Ossservatorio
Ausblick auf das Dorf Stromboli
Wanderweg
Wanderweg

Impressionen

Plattform auf 290 m
Warten auf den nächsten Ausbruch

Für den Abstieg sind wir oben einer Abbiegung gefolgt und über schmale Wege durch die blühende und duftende Flora gewandert.

Absteig Stromboli
Blütenmeer

Anreise zum Stromboli

Stromboli ist nur per Fähre erreichbar. Von der Hafenstadt Milazzo verkehren zwischen 6.00 Uhr und 16.20 Uhr mehrere Tragflächenboote. Hinzu kommen Fähren, die mehrmals in der Woche fahren. Die Überfahrt mit der Fähre dauert allerdings wesentlich länger. Aus diesem Grund haben wir uns für die Überfahrt mit einem Tragflächenboot der Rederei Libertylines entschieden.

Ticketpreise für die Fähre

Die Ticketpreise variieren und kosten zwischen 15-30 € für eine einfache Fahrt. Der endgültige Preis hängt von der Reederei und dem Saisonzeitpunkt ab. Kinder zahlen etwas weniger. Wir haben unsere Tickets vor Ort am Schalter geholt. In den Sommermonaten wird aber zu einer frühzeitigen Buchung geraten, da hier der Andrang auf den Tragflügelbooten und Fähren groß ist.

Tagesauflug oder Übernachtung auf Stromboli

Wir haben uns für einen Tagesausflug zum Stromboli entschieden: 6:00 Uhr Hinfahrt / 18:00 Uhr Ankunft Hafen von Milazzo. Das war die frühste und späteste Verbindung von Milazzo aus. Warum wir uns für einen Tagesausflug entschieden haben, beruhte auf zwei Gründen. Der erste Grund war, wir hatten einfach nicht so viel Zeit, um weitere Tage auf der Insel Stromboli zu verbringen, und der zweite Grund war, dass der Vulkan zu unserer Zeit keine Lava verströmt hat, so dass wir davon ausgehen konnten, dass wir auch in der Nacht keine Lavaströme entdecken werden.

Generell besteht aber die Möglichkeit, sich vor Ort ein Zimmer, Hotel oder Pension für eine Nacht zu mieten. Über Airbnb werden Unterkünfte zwischen 80 – 130 €/Nacht angeboten.

Stellplatzempfehlung für einen Ausflug zum Stromboli

Wer einen zweckmäßigen Stellplatz sucht, ist hier (98057) Milazzo – Via Migliavacca genau richtig. Bis zum Hafen von Milazzo sind es fünf Minuten zu Fuß. Der Platz kostet 25 €/Nacht inkl. Strom, Trinkwasser, Grau- und Schwarzwasser und heißen Duschen. Bei unserem Aufenthalt wurde gesagt, dass der Platz um 19 Uhr schließt, danach ist der Platz nur noch zu Fuß zu erreichen.

Diese Dinge hatten wir im Rucksack
  • Ausreichend Wasser und Proviant
  • Gute, eingetragene Wanderschuhe
  • Sonnencreme
  • Winddichte Jacke
  • Mütze
  • Kamera
  • Handy mit Navifunktion

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