Es heißt, Polarlichter sind magisch. Sie einmal mit eigenen Augen zu sehen, ist ein faszinierendes Erlebnis und steht bei vielen Reisenden auf der Bucketlist. Auch bei uns war das so! Jetzt, wo wir sie gesehen haben und das Naturphänomen erleben durften, können wir nur sagen, es ist magischer und unglaublicher, als wir es uns vorgestellt haben. Es zieht einen förmlich in seinen Bann.

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Polarlichter-Tromso

Polarlichter in Norwegen

Ganz Nordnorwegen liegt im Polarlichtoval, weshalb es dort eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, Polarlichter sehen zu können. Der Nordlicht-Gürtel verläuft über die Lofoten entlang der Küste über Tromsø bis rauf zum Nordkap.

Meistens wird Tromsø als Zielort für die Sichtung von Polarlichtern genannt, und aufgrund der guten Anbindung für Flugzeug, Zug, Bus oder Schiff ist die Stadt auch gut zu erreichen. Dennoch ist eine Sichtung der Polarlichter in Tromsø selber viel seltener als weiter außerhalb der Stadt. Das liegt an der höheren Lichtverschmutzung, die in den Städten herrscht. Deshalb führen euch die Touren, die dort starten, weit raus aus der Stadt, teilweise bis ins finnische Lappland rein, wo oftmals beste Wetter- und Lichtbedingungen herrschen.

In unserem Ferienhaus in Laksvatn, 60 km von Tromsø entfernt, haben wir auf Grund der geringen Luftverschmutzung an 7 von 9 Nächten im Dezember/Januar die Polarlichter mehr als deutlich mit bloßem Auge und über Stunden beobachten können. Direkt von unserem Balkon aus, was gerade mit Kindern ein sehr angenehmer Vorteil ist.

Polarlichter-Tromso
Blick vom Balkon
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Blick vom Balkon
Polarlichter-Tromso
Polarlichter-Tromso

Die beste Zeit um Polarlichter in Norwegen zu sehen

Um die Polarlichter am Nordhimmel erblicken zu können, muss es dunkel sein. Das bedeutet, dass in Norwegen erst Ende August die Chance beginnt, Polarlichter zu entdecken. 

In und um Tromsø ist das Sichten von Polarlichtern zu den aktiven Zeiten zwischen September und Oktober sowie zwischen Februar und März fast garantiert. In den anderen „Wintermonaten“ wie November, Dezember und Januar lassen sich auch Nordlichter entdecken, doch soll in dieser Zeit die Intensität laut Statistik nicht so hoch sein. Unsere Erfahrungen waren andere. Wir haben nahezu täglich die schönsten Polarlichter in voller Kraft und Stärke gesehen.

September
sehr aktiv
****
Oktober  
sehr aktiv
****
November
aktiv    
***
Dezember
aktiv    
***
Januar
aktiv    
***
Februar
sehr aktiv
****
März    
sehr aktiv    
****
Wettervoraussetzungen um Polarlichter zu sehen

Eine sternenklare Nacht mit wenigen Wolken und absolute Dunkelheit sind die besten Voraussetzungen, um die Polarlichter deutlich zu sehen. Bei starker Bewölkung lohnt es sich schon fast nicht, auf die Suche nach Polarlichtern zu gehen.

Apps für die Polarlichtvorhersage

Wir haben folgende Apps genutzt, um die beste Zeit für Polarlichter zu finden:

  • Meine Polarlicht Vorhersage
  • Aurora Forecast
  • AuroraReach
Die richtige Kamera, um Polarlichter zu fotografieren

Das Fotografieren der Polarlichter mit einem Handy können wir nicht empfehlen. Die Qualität der Fotos wird nicht mit denen von einer richtigen Kamera vergleichbar sein.

Wichtig ist, dass ihr an der Kamera manuelle Einstellungen wie Blende, Belichtungszeit und ISO vornehmen könnt. Insofern sind unserer Meinung nach die neuen Spiegelreflexkameras für die Polarlichtfotografie die beste Wahl. Wir haben uns für die Kamera Panasonic LUMIX G Systemkamera entschieden. Sie gilt als gutes Einstiegsmodell in die Fotografie. Ihr habt bei dieser Kamera eine gute Auswahl an Objektiven um die Kamera bei Bedarf nachzurüsten.

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Das richtige Objektiv um Polarlichter zu fotografieren

Genauso wichtig wie die Kamera ist für die Polarlichtfotografie ein lichtstarkes Objektiv. Für Polarlichtfotografie bieten sich vor allem Weitwinkelobjektive an. Dank ihres großen Bildwinkels, bekommt ihr einen weiten Teil des nächtlichen Himmelspektakels sowie einen Vordergrund auf ein Bild (z.B. Personen oder Gebäude). Wir haben nicht das optimalste Objektiv gehabt, aber einen guten Kompromiss gefunden um tolle Bilder zu machen und dieses dann auch im Alltag zu nutzen. Bei dem Kauf der Kamera war das passende Objektiv bereits dabei. Bezeichnung: (LUMIX G Vario Objektiv (14-42mm), Lichtstärke: F3.5-5.6 ASPH)

Sonstige Fotoausrüstung
Stativ

Aufgrund der langen Belichtungszeit in der Nacht und der eisigen Kälte, benötigt ihr unbedingt ein Stativ, um Verwacklungen und eingefrorene Hände zu vermeiden.

Tipp: Das Stativ sollte zudem eine Auslöseverzögerung von min. 2 sec eingestellt werden, da auch schon kleinste Wackler beim Auslösen der Kamera bei so langen Belichtungszeiten das Bild unscharf werden lassen können.

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Ersatzakkus

Da das Fotografieren der Polarlichter in der kalten Nacht durchaus mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, solltet ihr sicherstellen, dass Ihr genügend Akkuleistung habt. Durch die Kälte werden die Akkus schneller leergezogen, als ihr denkt.

Die richtigen Kameraeinstellungen um Polarlichter zu fotografieren

Entscheidend für schöne Polarlichtbilder sind die richtigen Einstellungen an eurer Kamera. Da wir keine „Profi-Fotografen“ sind, gibt es mit Sicherheit noch bessere Tipps und Einstellungen für das perfekte Polarlicht Foto. Es gibt aber drei wichtige Einstellungen an der Kamera, die zu beachten sind. Die Blende (f), Der ISO und die Belichtungszeit.

Einstellung der Blende

Die Blende sollte so weit wie möglich geöffnet werden, damit viel Licht auf den Sensor kommt. Mit Blende ist die Zahl bei „f“ gemeint und diese sollte so niedrig sein wie möglich. Optimal wäre eine große Blende von f 2.8 oder weniger.

ISO Einstellung

Die Belichtung sollte bei der Polarlichterfotografie grundsätzlich manuell erfolgen. Außerdem solltet ihr die Einstellungen immer wieder den momentanen Gegebenheiten anpassen. Auch hier müsst ihr wieder etwas experimentieren. Je höher ihr den ISO einstellt, umso heller wird euer Bild. Am besten beginnt ihr mit einem ISO von 800 und 1600 und könnt dann etwas nach oben oder unten korrigieren.

Einstellung der Belichtungszeit

Die richtige Belichtungszeit ist wichtig für ein gelungenes Polarlichtfoto. Wie lange belichtet werden muss, lässt sich nicht pauschal beantworten, es ist von euren jeweiligen Bedingungen vor Ort abhängig. Zwei Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle, das Umgebungslicht (Mondlicht, Laternen…) sowie die Stärke und Art des Polarlichts (statisch oder beweglich). Das bedeutet auch, dass die Einstellungen, die in einer Nacht hervorragend funktioniert haben, in der nächsten Nacht nicht mehr ideal sind, weil sich die beiden Bedingungen geändert haben. Deshalb müsst ihr jedes Mal aufs Neue ein paar Probeaufnahmen machen und die Belichtungszeit anpassen. Da die Polarlichter bei uns stark zu sehen waren, haben wir unsere Belichtungszeit zwischen 5 und 10 Sekunden gewählt. Bei schwachen oder statischen Polarlichtern sollte die Belichtungszeit auf 10 bis 20 Sekunden erhöht werden.

Unsere Polarlichtfotografien
Polarlichter-Tromso
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