Trinkwasser im Wohnmobil war auf unseren Reisen ein immer wiederkehrendes Thema. Gerade auf Reisen durch verschiedene Länder haben wir schnell gemerkt: Wasser ist nicht gleich Wasser. Mal schmeckt es stark nach Chlor, mal ist es abgestanden, und manchmal sind wir uns einfach unsicher, ob wir es überhaupt trinken sollten. Auf unseren Reisen durch Griechenland, Korsika und Sizilien hatten wir zwar immer kostenlos Zugang zu Wasser, was uns aber gefehlt hat, war das Vertrauen in die Qualität. Wir wussten einfach nicht, was wirklich im Wasser steckt, und genau dieses Gefühl hat uns immer begleitet. Also haben wir das gemacht, was viele tun: Wir haben Wasser in Plastikflaschen gekauft. Gerade im Sommer, wenn man viel trinkt, wurde das schnell zur Routine. Alle zwei bis drei Tage standen wir im Supermarkt, haben Flaschen geschleppt und darauf geachtet, dass wir immer genug Vorrat dabei haben. Irgendwann hatten wir eine bunte Sammlung an Flaschen aus den unterschiedlichsten Ländern im Wohnmobil stehen – praktisch war das nicht. Und nachhaltig schon gar nicht. Bis wir endlich auf die Idee gekommen sind, eine Osmoseanlage im Wohnmobil einbauen zu lassen.

Was ist eigentlich eine Osmoseanlage?
Ganz einfach gesagt ist eine Osmoseanlage ein System, das Wasser extrem gründlich reinigt – viel gründlicher als ein normaler Filter. Während einfache Filter oft nur Geschmack oder grobe Stoffe verbessern, geht die Osmoseanlage einen entscheidenden Schritt weiter.
Ihr könnt euch das Ganze wie ein ultrafeines Sieb vorstellen. Das Wasser wird mit Druck durch eine spezielle Membran gepresst, die so fein ist, dass nur reine Wassermoleküle hindurchkommen. Alles andere bleibt zurück und wird ausgespült. Und „alles andere“ ist tatsächlich eine ganze Menge. Dazu gehören Stoffe, wie: Bakterien, Schwermetalle, Mikroplastik, Chlor oder auch Rückstände aus Medikamenten und Umweltbelastungen. Dinge also, die ihr weder seht noch unbedingt schmeckt – die aber trotzdem im Wasser sein können.
Die Anlage selbst arbeitet dabei in mehreren Stufen. Zuerst werden grobe Partikel wie Schmutz oder Rost entfernt. Danach kümmert sich ein Aktivkohlefilter um Gerüche und chemische Stoffe wie Chlor. Im nächsten Schritt kommt die eigentliche Osmosemembran zum Einsatz – das Herzstück der Anlage. Hier findet die eigentliche Reinigung statt. Am Ende sorgt ein kleiner Nachfilter dafür, dass das Wasser geschmacklich angenehm bleibt.

Einbau der Osmoseanlage im Wohnmobil
Beim Einbau unserer Osmoseanlage haben wir schnell gemerkt, dass es vor allem auf die richtige Lösung für den eigenen Camper ankommt. Ursprünglich war geplant, sie unter der Spüle zu verbauen. Unter der Spüle hatten wir aber keinen Platz, daher kam diese Lösung für uns nicht infrage. Stattdessen haben wir die Anlage in der Heckgarage verbauen lassen und über ein Schlauchsystem mit der Spüle verbunden.
Den Einbau hat unser Freund Andy in Spanien übernommen. Er hat uns im Vorfeld beraten, die passende Osmoseanlage besorgt und alles umgesetzt. Da er bereits mehrere Anlagen eingebaut hat, konnten wir uns voll auf seine Erfahrung verlassen. Der Einbau selbst war schnell, professionell, unkompliziert und wurde von Andy direkt bei uns am Stellplatz erledigt – ganz ohne Werkstatt oder großen Aufwand.
Heute gehört die Anlage ganz selbstverständlich zu unserem Alltag – wir drehen einfach den Wasserhahn auf und haben sauberes Trinkwasser. Um die Anlage möchten wir allerdings noch eine „Kiste“ bauen.

Unser Umgang mit Standzeiten
Wenn die Osmoseanlage und das Wassersystem im Wohnmobil länger nicht genutzt werden, bleibt Wasser in den Leitungen und Filtern stehen. Dieses Wasser ist dann nicht mehr frisch und sollte vor der nächsten Nutzung nicht einfach getrunken werden. Wenn wir länger als zwei Wochen nicht unterwegs sind, leeren wir unseren Wassertank komplett. Sobald wir wieder losfahren, befüllen wir ihn frisch und lassen die Anlage zunächst einige Minuten durchlaufen, damit auch das restliche Wasser aus den Leitungen und Filtern ausgespült wird. Das erste gefilterte Wasser lassen wir dabei immer ab. Im Anschluss erfolgt die sogenannte Rückspülung.
Rückspülung was ist das?
Bei der Rückspülung wird die Osmoseanlage nochmal kurz durchgespült, damit sich keine Ablagerungen in der Membran festsetzen. Ihr öffnet dazu ein Ventil oder aktiviert die Spülfunktion, sodass für ein paar Minuten Wasser durch die Anlage fließt. Dabei wird die Wasserströmung umgekehrt, wodurch Ablagerungen von der Membran gelöst und ausgespült werden. Dauert nur wenige Minuten und sorgt dafür, dass die Anlage sauber bleibt und zuverlässig arbeitet.
Zusätzlich ist bei unserer Osmoseanlage ein Teststab dabei, mit dem wir die Wasserqualität ganz einfach überprüfen können. So haben wir nochmal eine extra Sicherheit und sehen direkt, ob alles passt.

Zwei Wasserhähne
Seit dem Einbau unserer Osmoseanlage haben wir jetzt zwei Wasserhähne im Wohnmobil – einen ganz normalen für den Alltag und einen separaten für das gefilterte Trinkwasser. Das hat sich für uns als perfekte Lösung erwiesen. Wichtig zu wissen ist allerdings: Beim Osmosewasser ist der Wasserdruck etwas geringer, wodurch auch der Durchfluss langsamer ist als beim normalen Hahn. Das ist völlig normal und liegt am Filtersystem der Anlage. Für uns ist das aber überhaupt kein Problem – im Gegenteil: Wir wissen genau, dass hier gerade besonders sauberes, gefiltertes Wasser läuft, und nehmen die paar Sekunden mehr beim Befüllen gerne in Kauf.

Osmosewasser ohne Mineralien – ist das ein Problem?
Ein häufiger Kritikpunkt ist, dass Osmosewasser „tot gereinigt“ ist, weil auch Mineralien entfernt werden.
Wichtig zu wissen: Den Großteil unserer Mineralstoffe nehmen wir über die Ernährung auf – nicht über das Trinkwasser. Deshalb fügen wir unserem Wasser keine Mineralien hinzu und trinken es ganz normal so, wie es aus der Anlage kommt. Für uns zählt vor allem, dass es sauber und sicher ist.
Vor-und Nachteile der der Osmoseanlage
Nachteile
Anschaffungskosten (ca. 300–500 €)
Einbau benötigt Platz
Geringerer Wasserdruck beim Osmosehahn
Regelmäßige Wartung (Filterwechsel) notwendig
Vorteile
Sauberes, gefiltertes Trinkwasser jederzeit verfügbar
Unabhängigkeit von Supermärkten
Kein Schleppen und sammeln von Plastikflaschen
Gleichbleibende Wasserqualität in allen Ländern
Nachhaltiger und umweltfreundlicher
Besserer Geschmack (kein Chlor etc.)
Unser Fazit einer fest eingebauten Osmoseanlage im Wohnmobil
Für uns ist die Kombination aus fest verbauter Osmoseanlage und fest verbauter LPG Alugasflasche im Wohnmobil die optimale Lösung für langes und entspanntes Reisen. Wir haben jederzeit sauberes Trinkwasser direkt aus dem Hahn und sind auch beim Kochen und Heizen komplett unabhängig.
Gerade beim autarken Reisen macht das einen riesigen Unterschied: weniger Planung, weniger Einkäufe und deutlich mehr Freiheit unterwegs.
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